|
G E S A M T K O N Z E P T
Zielgerichtetes Fördern setzt
1. eine Planung auf Schulebene, die Bedarf und Ressourcen in Einklang bringt,
2. eine Planung auf Klassenebene,
3. eine genaue Beschreibung der Stärken und Schwächen auf der individuellen Ebene sowie
4. den Erwerb der sozialen Kompetenz
voraus.
– Das Schulkonzept legt die grundlegenden Trends fest. Es ist die Grundlage für alle Förderkonzepte der Klassen. Es wird auf Grund der bestehenden Konzepte ausformuliert und beinhaltet besondere Schwerpunkte, die Voraussetzungen des förderlichen Unterrichts sind. Die Evaluierung des Schulkonzeptes erfolgt jährlich auf der Basis der Rückmeldungen der Klassenkonzepte. Beispiel: Salzburger Lese – Screening (flächendeckend ab der 2. Schulstufe ).
– Das Klassenkonzept setzt das Schulkonzept um. Da es „besondere Bedürfnisse „ aufweist, versteht sich das Schulkonzept als Rahmenempfehlung und kann von Klassen begründet abgeändert werden. Die Umsetzung des Klassenkonzeptes erfolgt im Team, wobei durchaus an eine Einbindung aller in der Klasse unterrichtenden Lehrer/innen ( auch Religion, Werkerziehung, Assistenz ,...) gedacht werden sollte. Die Evaluierung erfolgt auf Basis des Berichtformulars.
– Das Schüler/innen-Konzept wird für einzelne Schüler/innen in Form von Förderplänen erstellt. Diese Förderpläne liegen in den Klassen auf und werden schrittweise ergänzt . Die Förderpläne beinhalten individuelle, auf die Leistungen des einzelnen Kindes zugeschnittene Maßnahmen, die nicht nur die Wiederholung des bestehenden Wochenstoffes darstellen, sondern noch viel mehr gezielt die Stärken stützen und die Schwächen bekämpfen sollen.
– Förderung des Erwerbs der sozialen Kompetenz beinhaltet Vereinbarungen eventueller Konfliktlösungsmöglichkeiten sowie Verhaltensvereinbarungen (siehe Schulordnung)
ASPEKTE ZUR OPTIMALEN FÖRDERUNG
· Förderung erfolgt durch intensives Individualisieren des Unterrichts und durch differenzierteUnterrichtsgestaltung
· Lerndefizite (beispielsweise bei Legasthenie oder Dyskalkulie), aber auch besondere Begabungen werden von den Lehrkräften erkannt, definiert und sofort in einem nachweislichen Gespräch mit den Eltern besprochen. Ein Förderplan wird entwickelt.
· Ergeben sich keine Veränderungen, wird mit der Schulleitung das Problem besprochen und versucht, in einer gemeinsamen Beratung Abhilfe zu schaffen. Bei dieser Besprechung wird der Förderplan vorgelegt.
· Resultieren daraus für das Kind keine effektiven Lösungen, so wird eine beratende Überprüfung beim Schulpsychologen bzw. beim SPZ angestrebt. Dazu benötigt man ein Formular (Einverständnis der Eltern) sowie den bestehenden Förderplan.
· Fördermaßnahmen bzw. Ressourcenplanungen werden im Anschluss gemeinsam mit denEltern besprochen.
· Im Rahmen des Frühwarnsystems sind von den unterrichtenden Lehrern/innen insbesondere Fördermaßnahmen zur Vermeidung einer negativen Beurteilung (Analyse der Lerndefizite unter Einbeziehung der individuellen Lern- und Leistungsstärken, Fördermöglichkeiten, Leistungsnachweise,..) zu erarbeiten.
· Förderung der Lesemotivation (siehe GS I und II)
· Fördern von Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache: Maßnahmen für außerordentliche und ordentliche Schülerinnen und Schülerin
· Sprachförderung durch verstärktes Angebot von Musik (siehe Schulprofil): Pflege des Liedgutes, Erlernen eines Instrumentes (Flöte, Gitarre, Klavier,...) als basales Angebot zur allgemeinen Förderung sowie zum Nachschulen von Teilleistungsschwächen sowie bei Legasthenie
· Als Elemente eines Qualitätsprozesses dürfen Fördermaßnahmen nicht isoliert gesehen werden, sondern benötigen Vorbereitung und Nachbereitung
· Das vorherige und genaue Festsetzen von Zielen für Deutsch und Mathematik ist unumgänglich
Nach Durchführung der Fördermaßnahmen ist es auf allen Ebenen notwendig festzustellen, wie weit die Ziele erreicht werden konnten (Rückmeldung):
1. Evaluation am Standort als Grundlage für die Planungen im folgenden Schuljahr
2. Evaluation und allfällige Änderung der individuellen Fördermaßnahmen, sofern die Förderziele innerhalb des vorgesehenen Zeitraumes nicht erreicht wurden.
3. Rückmeldung an die Lernenden und erforderlichenfalls an die Erziehungsberechtigten, ob die Schüler/innen tatsächlich ihr Leistungspotenzial entfalten konnten.
Beispiel I: Salzburger Lese-Screening
Beispiel II: Gestaltung einer Kopie zur Erhebung einer Selbstdiagnose beziehungsweise der Auswertung der Selbstdiagnose (Feedback – Kultur)
Ein fördernder Unterricht nimmt in seiner methodisch-didaktischen Gestaltung folgende Kriterien auf:
– Differenzierte Lernangebote und individuelle Zugänge
– Berücksichtigung individuell notwendiger Arbeitszeit sowie unterschiedlicher Vorkenntnisse
– Wahrnehmung unterschiedlicher Betreuungsbedarfs
Ein individuell förderliches Lernklima soll grundsätzlich Demotivation vermeiden und an die Stärken der Schüler/innen anknüpfen. Die Lern-und Leistungsbereitschaft ist durch motivierende Lehrmethoden und Unterrichtsformen zu fördern. Ein förderndes Lernklima ist nicht gleichzusetzen mit individueller Nachhilfe.
|
FÖRDERKONZEPT
IM BEREICH DER GRUNDSTUFE 1
|
|
Förderung von individuellen Defiziten:
Die Förderung zur Behebung von Defiziten erfolgt integrativ im Rahmen des Gesamtunterrichts.
Maßnahmen:
Gegenständliches Handeln
Anschauungsmaterialien
Lernspiele
Arbeit mit dem Computer (Lernprogramme)
Individuelles Training der Defizite
Förderung von Schülern mit nichtdeutscher Muttersprache:
Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache werden integrativ im Klassenverband gefördert.
Fördermaßnahmen:
Übungen zur Wörtschatzerweiterung (Bildmaterial, Wörterbücher, Computerarbeit, Lese- und Sprachverständnisübungen)
Mündliches Sprachhandeln (Erzählkreise, Buchvorstellungen, Gedichte, Lieder, Rollenspiele)
Gehörschulung (Vorlesegeschichten, Hörspiele)
Grammatikübungen (Schwerpunkt „Artikel“, „Fälle“)
Förderung zur Steigerung der Lesekompetenz:
Die Schüler werden sowohl im Klassenverband, in Kleingruppen und auch individuell zum Lesen motiviert.
Maßnahmen:
Vorstellung des eigenen Lieblingsbuches
Schulbibliotheksnutzung
Lesespiele
Arbeit mit Zeitungen, Prospekten,…
Computerarbeit mit Schwerpunkt auf sinnerfassendem Lesen
Förderung von leistungsstarken und begabten Schülern:
Diese Förderung erfolgt individuell oder in Kleingruppen.
Maßnahmen:
Interessensbezogene Sachaufgaben und Kleinprojekte
Angebot von Zusätzen im Gesamtunterricht
Recherchen zu vorgegebenen Themen
Intensivere Auseinandersetzung mit Büchern
Fächerbezogenes Förderkonzept
Schreiben:
- Gezielte Übungen zur Förderung der Grob- und Feinmotorik und der Auge-Hand-Koordination (auch im Turnunterricht)
- intensive Schreibvorübungen
- teilweise auch Trennung von Lese- und Schreiblernprozess um Überforderungen vorzubeugen
- Multisensorische Erarbeitung von Buchstaben, Silben und Wörtern
- Schreibanlässe schaffen
- Differenzierte Arbeitsaufträge im „Offenen Lernen“
Rechtschreiben:
- Wortschatzsicherung mittels neuer Lernmethoden nach Dr. Horst Fröhler (Rechtschreibfrühstück)
- Multisensorische Erarbeitung von Lernwörtern
- Sicherung der Wortbilder durch Setzen bestimmter Assoziationen
- Computerunterstützter Unterricht (Lilos Lesewelt, Alfons Lernwelt)
- Wortschatz in der Registermappe oder im Karteikasten sammeln
- sorgfältiges Anbahnen von Regelwissen
- Zahlreiche Übungen zum Gebrauch des Wörterbuches
Lesen:
- Sicherung der Buchstabenkenntnisse (siehe auch „Schreiben“)
- Lesespiele
- Trainieren der Lesetechnik
- Schüler stellen ihre Lieblingsbücher vor
- Lesestoff aus der Schulbücherei beziehen
- Lesestunden in der Stadtbücherei
- Computerspiele zum Trainieren der Leseleistung
- Nutzen von Online-Angeboten
- Beschaffen von Informationen aus dem Internet
Mathematik:
- Hantieren mit Alltagsmaterialien zum Zählen, Sortieren, etc.
- Übungen zur Raumorientierung (rechts, links, oben, unten,…)
- Muster legen, zeichnen
- Mengen erkennen und vergleichen (Würfelbilder)
- gezielte Vorübungen für Rechenoperationen unter Einsatz von Anschauungsmaterial
- Differenzierte Arbeitsaufträge im „Offenen Lernen“
Sachunterricht:
- Persönliche Erfahrungen und Vorkenntnisse der Schüler in den Unterricht einfließen lassen
- Einsatz von Anschauungsmaterialien
- Projektunterricht
- Nutzen des Internet zur Informationsbeschaffung (z.B. Internet-Ralleys)
Musik:
- Flötenunterricht in Kleingruppen
- Einsatz von Orff-Instrumenten, Differenzierung durch unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad der verschiedenen Stimmen
- Kennenlernen der Notenschrift durch konkreten Anlass (Flötenunterricht)
- Rhythmustraining mit Körper- und Orffinstrumenten, Raps und Chants
- Aktives Musikhören, z.B. durch Mitspielsätze, Tanzformen,…
|
Förderkonzept
im Bereich der Grundschule 2
|
|
Förderung von individuellen Defiziten:
Die Förderung zur Behebung von Defiziten erfolgt integrativ im Rahmen des Gesamtunterrichts.
Maßnahmen:
Gegenständliches Handeln
Anschauungsmaterialien
Lernspiele
Arbeit mit dem Computer (Lernprogramme)
Individuelles Training der Defizite (aufbauend zu Grundstufe 1)
Förderung von Schülern mit nichtdeutscher Muttersprache:
Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache werden integrativ im Klassenverband gefördert.
Fördermaßnahmen:
Übungen zur Wörtschatzerweiterung (Bildmaterial, Wörterbücher, Computerarbeit, Lese- und Sprachverständnisübungen)
Mündliches Sprachhandeln (Erzählkreise, Buchvorstellungen, Gedichte, Lieder, Rollenspiele)
Gehörschulung (Vorlesegeschichten, Hörspiele)
Grammatikübungen (Schwerpunkt „Artikel“, „Fälle“)
Förderung zur Steigerung der Lesekompetenz:
Die Schüler werden sowohl im Klassenverband, in Kleingruppen und auch individuell zum Lesen motiviert.
Maßnahmen:
Vorstellung des eigenen Lieblingsbuches
Schulbibliotheksnutzung
Lesespiele
Arbeit mit Zeitungen, Prospekten,…
Computerarbeit mit Schwerpunkt auf sinnerfassendem Lesen
Förderung von leistungsstarken und begabten Schülern:
Diese Förderung erfolgt individuell oder in Kleingruppen.
Maßnahmen:
Interessensbezogene Sachaufgaben und Kleinprojekte
Angebot von Zusätzen im Gesamtunterricht
Recherchen zu vorgegebenen Themen
Intensivere Auseinandersetzung mit Büchern
Fächerbezogenes Förderkonzept
Schreiben/Texte verfassen:
- Schreibanlässe schaffen
- Differenzierte Arbeitsaufträge im „Offenen Lernen“
Rechtschreiben:
- Wortschatzsicherung mittels neuer Lernmethoden nach Dr. Horst Fröhler (Rechtschreibfrühstück)
- Multisensorische Erarbeitung von Lernwörtern
- Sicherung der Wortbilder durch Setzen bestimmter Assoziationen
- Computerunterstützter Unterricht (Lilos Lesewelt, Alfons Lernwelt, Online-Spiele)
- Wortschatz in der Registermappe oder im Karteikasten sammeln
- sorgfältiges Anbahnen von Regelwissen
- Zahlreiche Übungen zum Gebrauch des Wörterbuches
Lesen:
- Trainieren der Lesetechnik mit gezielten Übungen
- Schüler stellen ihre Lieblingsbücher vor
- Lesestoff aus der Schulbücherei beziehen
- Lesestunden in der Stadtbücherei
- Computerspiele zum Trainieren der Leseleistung
- Nutzen von Online-Angeboten (Kleines Volk, Buchklub)
- Beschaffen von Informationen aus dem Internet
- Lesescreening
Mathematik:
- Übungen zur Raumorientierung
- Muster legen, zeichnen
- Mengen erkennen und vergleichen
- Differenzierte Arbeitsaufträge im „Offenen Lernen“
Sachunterricht:
- Persönliche Erfahrungen und Vorkenntnisse der Schüler in den Unterricht einfließen lassen
- Einsatz von Anschauungsmaterialien
- Projektunterricht
- Nutzen des Internet zur Informationsbeschaffung (z.B. Internet-Ralleys)
Musik:
- Flötenunterricht im Klassenverband
- Erlernen eines zweiten Instruments in der Kleingruppe, auch in Kooperation mit der Musikschule (Gitarre, Klavier, Altblockflöte, Trompete, Geige,...)
- Einsatz von Orff-Instrumenten, Differenzierung durch unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad der verschiedenen Stimmen
- Vertiefen der Kenntnisse der Notenschrift (Tonleitern, Intervalle, ...)
- Rhythmustraining mit Körper- und Orffinstrumenten, Raps und Chants
- Aktives Musikhören, z.B. durch Mitspielsätze, Tanzformen,…
- Musikunterricht fließt auch in andere Gegenstände ein
|
Förderkonzept
Legasthenie
|
|
Definition: Lese- Rechtschreibschwäche wird als Beeinträchtigung beim Erlernen der
Lese – und Rechtschreibfertigkeit bezeichnet, wobei die Störung des
Lernprozesses nicht durch eine spezifische Sinnesbehinderung oder durch
eine allgemeine geistige, intellektuelle Behinderung erklärbar ist.
...d.h. abzugrenzen sind im Vorfeld bei Verdacht auf LSR sämtliche organische
Störungen (fachärztlich abklären lassen!).
Der Klassenlehrer darf keine „Legastheniediagnose“ stellen – besteht ein Verdacht,
kann er durch gezielte Beobachtungen bzw. vorgefertigte Auswertungsbögen (die die verschiedenen Bereiche wie etwa Raumorientierung, Serialität,... betreffen) feststellen, ob Teilleistungsstörungen vorliegen.
Ein anschließendes Gespräch mit den Erziehungsberechtigten ist anzuraten, in dem
der Klassenlehrer seinen „Verdacht“ bzw. seine Beobachtungen erklärt. Im Anschluss daran sollte eine spezielle Austestung bei einem Legasthenietrainer erfolgen, der in der Folge ein abgestimmtes Förderprogramm für das Kind entwickelt.
Hier ist die Zusammenarbeit von Trainer, Schule und Eltern besonders wichtig.
Wie kann der Klassenlehrer Kinder mit LSR im Unterricht unterstützen?
Grundsätzliches: Druck nehmen
Selbstwertgefühl stärken – Lob für andere Leistungen
Manches akzeptieren, wie es ist (z. B. Schriftbild, ....)
Beachten der inneren Differenzierung
Hilfen für Kinder mit Raumlage-Schwierigkeiten:
+ klare Strukturen
+ Kind immer wieder zum Ordnung machen anhalten
+ Hilfen beim Schreibbeginn (Lese-, Schreibrichtung)
Hilfen für Kinder mit visuellen Schwierigkeiten:
+ gut gegliederte Arbeitsblätter (nicht zu viel Text)
+ gute Kopien und Overheadfolien verwenden
+ Fehlersuchbilder zum genauen Schauen
Hilfen für Kinder, die eine kurze Merkspanne haben (auditives Gedächtnis):
+ visuelle Hilfen geben
+ Hü aufschreiben lassen
+ kurze Sätze, kurze Aufträge
Hilfen für Kinder, die auditive Wahrnehmungsschwierigkeiten haben:
+ visuelle Hilfen geben (z. B. schwierige Wörter auf Karten schreiben – Karten auf-
hängen)
Lautschulung: +Diskriminierungsübungen sind leichter
+ Beachten der auditiven Fallen bei der Lautschulung (lauttreue Wörter verwenden: Ami, Tom,...)
Hilfen beim Abschreiben: + gut gegliederte Texte
+ weniger schreiben lassen (innere Differenzierung)
+ Schreiben am Computer – schönes, richtiges Wortbild
+ Wörter, die immer wieder falsch geschrieben werden,
aufhängen
Verbesserungen: + falsche Schreibungen durchstreichen – richtiges Wort darüber-
schreiben
+ Wort vorschreiben – Kind schreibt es einmal richtig darunter
Hilfen beim Lesen: + Beginn mit lauttreuen Wörtern
+ Lesepfeil verwenden
+ Wörter mit Abstand zwischen den Silben verwenden
+ Leseübungen am Computer – Computerprogramm: CELECO
(differenzierter Unterricht!)
+ Gemeinsames Lesen (ev. Farbfolie)
+ Kurze Texte, Flattersätze, Bilder dazwischen
Für viele Kinder mit LSR ist der Computer ein gutes Hilfsmittel: Sie müssen zwar auch lesen und schreiben, aber sie erleben dies anders als im Heft oder Buch.
Der Computer gibt sofort Rückmeldung, die richtige Lösung wird nach jeder Aufgabe gezeigt (besonders gut für das Einprägen richtiger Wortbilder!). Es fällt auch der Leistungsdruck weg, und das Kind wird sofort „belohnt“!.
|